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Entspannt selbstsicher Teil 1: So klappt es wirklich

Aktualisiert: 22. Jan 2019

Es gibt tonnenweise Anleitungen da draußen, wie es endlich klappt mit der Selbstsicherheit. Typische 3-Schritte-Anleitungen wie: "Schritt 1: "Nimm Kritik einfach nicht mehr persönlich", Schritt 2: "Lieb` dich selbst mehr" und Schritt 3: "Hör auf deine Intuition".



Hört sich ja wirklich gut an. Wenn es nur umsetzbar wäre. Für mich sind diese Anleitungen so, als würde man mir Algebra 3 erklären, wenn ich noch nichtmal das kleine 1x1 kann. Das Problem: Solche Anleitungen beschreiben das Endprodukt, zeigen aber nicht den Weg auf, wie man dort hinkommt.


“Die meisten Anleitungen beschreiben das Endprodukt, zeigen aber nicht den Weg auf, wie man dort hinkomme.”

Hier im Blog zeige ich dir, welchen Weg du gehen musst, um am Ende die Selbstsicherheit zu haben, nach der du dich sehnst.



Phase 1: Die Vergangenheit heilen


Zu Beginn eine kleine Definitionsrunde rund um das Thema "Selbstwert". Der Selbstwert ist der Wert, den du dir selbst beimisst. "Selbstbewusstsein" beschreibt, wie sehr dir deine Stärken, Schwächen und in der Kindheit programmierten Denkweisen bewusst sind. Selbstsicherheit, das Endprodukt, das wir alle wollen, entsteht dann, wenn wir unsere Stärken stärken, unsere Schwächen schwächen und aufgrund Erfahrungen sagen können: "Ja, darin bin ich gut".


Der 1. Schritt zur Selbstsicherheit fängt mit dem Selbst-Bewusstsein an. Es ist sehr wichtig, zu verstehen, dass Selbstsicherheit KEINE Charaktereigenschaft ist. Viele meiner Klienten glauben, dass Selbstsicherheit bei der Geburtslotterie unterschiedlich verteilt wird und man sie eben hat oder nicht. Das ist zum Glück nicht so! Selbstsicherheit wird in der Kindheit gelernt durch das, was wir täglich um uns herum erleben. Indem wir Mama und Papa beobachten, lernen wir uns so zu verhalten wie sie.


Du denkst jetzt vielleicht: "Quatsch! Ich bin ganz anders wie meine Eltern". Lass uns dafür eine kleine Entdeckungs-Übung machen.


ÜBUNG: Bevor wir mit der Entdeckungs-Übung starten, leg Dir etwas zum Schreiben neben Dich, damit du deine Erkenntnisse gleich festhalten kannst. Am besten legst Du Dir ein Journal zu, dass Du nur für den Aufbau deines starken Selbstsicherheitsgefühls benutzt. Damit kannst du am besten verfolgen, wie du dich im Laufe der Zeit veränderst. Zusätzlich kannst du das Arbeitsblatt "Selbst-BEWUSST" hier herunterladen und deine Erkenntnisse notieren.


Wenn du die Übung lieber angeleitet machen möchtest, kannst du dir hier die Audio-Datei dazu anhören.

Schließ nun Deine Augen und stell dich dir als Kind im Alter von sechs oder sieben Jahren vor. Falls du daran keine Erinnerungen hast, kannst du dich auch 10, 11 oder 12 Jahre alt machen. Nimm einen tiefen Atemzug und lass vor deinem inneren Auge so detaillierte Bilder wie möglich entstehen. Versuch, zu sehen, was du anhast, wie deine Umgebung aussieht. Falls du Sorgen hast, dass du ein Bild "erfindest" oder dich an ein Foto erinnerst, ist das total ok. Lass dein Gehirn einfach ein möglichst detailliertes Bild von dir als Kind herstellen. Selbst wenn du kein klares Bild bekommen solltest, ist das auch ok, dann achte einfach mehr auf die Gefühle und Gedanken, die kommen, wenn du an dich als Kind denkst.

Als nächstes hol deine Eltern in das Bild oder die Erinnerung dazu. Stell dir vor, wie sie sich in einer Situation verhalten, in der sie sich selbst behaupten müssen. Typische Situationen sind z.B., wie sie sich verhalten, wenn sie verärgert oder verletzt von jemandem sind, wenn sie unterschiedlicher Meinung sind wie jemand anders, wenn sie kritisiert werden, wenn sie einen Fehler gemacht haben.


-Was passiert in deiner Vorstellung?

-Wie reagiert deine Mutter, wie dein Vater?

-Wie fühlen sie sich, wie verhalten sie sich?

-Was sagen sie?


Dann nimm dich selbst wahr als dieses Kind. Du nimmst das alles wahr, downloadest es quasi auf deine "Festplatte".

Jetzt frag dich: Wie reagierst du heute als Erwachsener, wenn du kritisiert wirst, dich jemand verletzt, jemand nicht deine Meinung teilt, wenn dich jemand verärgert?

Notiere dir, wie das Verhalten und die Gefühle deiner Eltern mit deinem heutigen Verhalten und Gefühlen zusammenpassen.

Normalerweise gibt es eine erschreckend hohe Übereinstimmung.


Die gute Nachricht aber ist: Jedes gelernte Verhalten und Fühlen kann umgelernt werden.

Selbst-Bewusstsein ist der erste Schritt auf dem Weg zur Selbstsicherheit.


Nun lass uns zusammenfassen, was du über dich gelernt hast und wie du das auf dem Weg zur Selbstsicherheit für dich nutzen kannst.

Schau in der folgenden Liste, ob das, was du aus der Imagination erfahren hast, zu den folgenden Themen passt:


-Angst vor Verletzungen

-Angst vor Kritik

-Angst vor Zurückweisung

-Angst, die eigene Meinung zu sagen

-Angst vor Meinungsverschiedenheit

-Sich weniger wichtig, wertvoll, liebenswert oder klug etc als andere fühlen

-


Kreuze die Themen an, an denen du arbeiten willst. Dann formuliere sie zu einem positiven Ziel um. Zb: "Ich will lernen, gut mit Kritik umgehen zu können"; "Ich will lernen, mich wertvoll, liebenswert, klug etc zu fühlen"; "Ich will lernen, zu meiner Meinung zu stehen, auch wenn ich dann vielleicht alleine dastehe"; "ich will lernen, mit Zurückweisungen umzugehen"


Und schon hast du klar formulierte Ziele, die der Kompass für deinen Weg zur Selbstsicherheit sind.

Du hast nun Bewusstheit über dich gewonnen und woher dein aktuelles Selbstwertgefühl kommt; du hast ebenfalls klare Ziele formuliert, an denen du arbeiten möchtest. Gratulation, hervorragend! Wie konkrete Arbeitsschritte aussehen, um deinen Zielen näher zu kommen, erfährst du im nächsten Blogbeitrag.




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